Fangen wir gleich mal mit einem härteren Brocken an. “Ich und Du” von Martin Buber könnte man auch fast komplett zitieren, weiß mich bislang sehr zu bewegen und faszinieren. Und regt großartig zum weiteren, tieferen Nachdenken an. So auch diese Passage.

“Es gibt Augenblicke des verschwiegnen Grundes, in denen Weltordnung geschaut wird, als Gegenwart. Da wird im Flug der Ton vernommen, dessen undeutbares Notenbild die geordnete Welt ist. Diese Augenblicke sind unsterblich, diese sind die vergänglichsten: kein Inhalt kann aus ihnen bewahrt werden, aber ihre Kraft geht in die Schöpfung und die Erkenntnis des Menschen ein, Strahlen ihrer Kraft dringen in die geordnete Welt und schmelzen sie wieder und wieder auf. So die Geschichte des Einzelnen, so die Geschichte des Geschlechts.”

Besonders beeindruckt mich bei Buber die sprachliche Klarheit, durch die er fast ohne Fremdwörter und sinnloses Hereinwerfen von Scharen an Referenzen auskommt. Äußerste Klarheit und Wissenschaftlichkeit halten sich bei ihm mit Poesie die Waage. Was übrigens auch seine Übersetzung des Alten Testaments maßgeblich auszeichnet.

Der Blitz steuert alles.